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Der aka-Jahresabschlussevent:

Das Unsagbare erzählen
Sexuelle Gewalt in Ungarn im Zweiten Weltkrieg
Ins Deutsche übersetzt von Krisztina Kovacs. Göttingen: Wallstein Verlag, 2021

Ort: Fachbereichsbibliothek Germanistik, Universitätsring 1, 1010 Wien
Datum: 16.12.2021, 18.00 Uhr
Anmeldung an: anna.babka@univie.ac.at bis 9.12.2021

Andrea Pető stellt sich mit ihrer Pionierstudie der Herausforderung, die Geschichte der Massenvergewaltigungen von Frauen im Zweiten Weltkrieg durch deutsche, sowjetische und ungarische Soldaten in Ungarn zu erzählen. Eine solche Studie steht vor vielen Problemen, theoretischer und methodischer Natur: Sie muss einen Weg finden, mit der jahrzehntelangen Tabuisierung – deren Ursachen in der privaten wie politischen Sphäre lagen – umzugehen. Mit einer feministischen Perspektive stellt Pető folgende Fragen: Welche Ereignisse und Narrative haben die kollektive Erinnerung an Kriegsvergewaltigungen geformt? Was trug zur Spirale aus Schweigen und Unsagbarkeit bei? Und schließlich: Wie kam es dazu, dass die Geschichte der Kriegsvergewaltigungen zu einer viel genutzten Waffe auf dem Schlachtfeld der zeitgenössischen Erinnerungspolitik wurde?

Andrea Pető, geb. 1964, ist Professorin am Lehrstuhl für Gender Studies an der Central European University in Wien. Ihre Forschungsgebiete sind Gender History und Gesellschaftsgeschichte im 20. Jahrhundert. 2005 wurde sie mit dem Ehrenverdienstkreuz der Republik Ungarn ausgezeichnet, 2018 erhielt sie den Madame de Staël-Preis für kulturelle Werte aller europäischen Akademien (ALLEA). Sie ist Doctor Honoris Causa der Universität Södertörn. Ihre Werke sind in 23 Sprachen übersetzt. Veröffentlichungen u. a.: Women in Hungarian Politics 1945-1951 (2001); Geschlecht, Politik und Stalinismus in Ungarn. Eine Biographie von Júlia Rajk (2007). Women in the Arrow Cross Movement (2020). The Forgotten Massacre: Budapest 1944 (2021).

Clemens Ruthner ist Professor für German & European Studies am Trinitiy College, Dublin.

Krisztina Kovacs lebt und arbeitet als Übersetzerin und Dolmetscherin in Budapest. Sie hat zahlreiche Bücher aus den Fachbereichen Geschichte, Kulturwissenschaften und Kunst für Verlage, Kulturinstitutionen und Museen übersetzt.

Im Anschluss folgt die aka-Weihnachtsfeier!

Aufgrund der unabsehbaren Corona-Lage ist die kurzfristige Entscheidung nicht ausgeschlossen, die Veranstaltung online durchzuführen und die anschließende Feier abzusagen. Bitte beachten Sie in jedem Fall die aktuellen Corona-Sicherheitsmaßnahmen!

 

aka / Arbeitskreis Kulturanalyse gibt es seit 2013.

aka ist ein offenes interdisziplinäres Netzwerk für Menschen, die am (Kultur-)Wissenschafts- und Kunstbetrieb interessiert oder selbst in diesem tätig sind. Ein besonderes Anliegen ist die Förderung und gegenseitige Unterstützung von Jungwissenschaftler_innen.

aka interessiert sich für symbolische Formen und kulturelle Praktiken in ihrer Komplexität und Vielfältigkeit. Die Verbindung von Kulturanalyse mit Gesellschaftsanalyse ist dabei ebenso Ziel wie die Zusammenführung von Wissenschaft und Kunst. 

aka öffnet den Raum für inhaltlichen Austausch und Diskussion. In regelmäßigen Lesekreisen werden theoretische Ansätze aus den Literatur-, Kultur- und Sozialwissenschaften, der Philosophie und Theologie, den Postcolonial und Gender Studies, den Medienwissenschaften und der Psychoanalyse gemeinsam erarbeitet und diskutiert. 

aka organisiert Veranstaltungen unterschiedlichen Formats, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf transdisziplinären, innovativen und emanzipatorischen Zugangsweisen liegt, die maßgebliche Problemstellungen unserer Gegenwart aufgreifen, reflektieren, theoretisch fundieren und sie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen. 

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