Logo der Universität Wien

AKA/IFK-Lecture:

YOKO TAWADA
NICHT DIE TIEFE, SONDERN DIE OBERFLÄCHE ÜBERSETZEN

Eine "Übersetzung" aus einer anderen Sprache, wie man sie heute kennt, gab es im japanischen Mittelalter nicht. Stattdessen gab es die Technik, chinesische Originaltexte verständlich zu machen, indem man die Reihenfolge der Schriftzeichen änderte, jedes Zeichen so aussprach, wie das entsprechende japanische Wort lautete, und bestimmte Partikel hinzufügte.

Das ist eine Operation der Textoberfläche und nicht eine Übertragung des beinhalteten Sinnes. Obwohl Chinesisch und Japanisch sprachlich überhaupt nicht verwandt sind, macht die Eigenschaft der Ideogramme dieses Verfahren möglich.

Die Oberflächenübersetzung als Kulturtechnik ist heute noch in vielen Bereichen zu entdecken. Mit ihrer Hilfe können zum Beispiel die Japaner, die kein Wort Deutsch können, Beethovens Neunte im Original mitsingen. Interessant sind die neuen Bedeutungen, die durch die Übersetzung zusätzlich entstehen. Ich lernte den Begriff der "Oberflächenübersetzung" durch die Arbeit des Wiener Dichters Ernst Jandl kennen und verwendete sie, nicht nur um neue Gedichte zu produzieren, sondern auch um die "eigenen" und somit fremden Kulturen zu interpretieren.

5. Dezember 2019 - 18 Uhr

aka-Jahresabschluss

Hans-Walter Schmidt-Hannisa:
»Schrift Unter Schrift. Lektüren eines Identitätsrituals«

Vortrag und Workshop zu den verschiedenen theoretischen Zugängen zur Unterschrift in unterschiedlichen Wissensdisziplinen - Textauszüge werden ausgeschickt, Details folgen.

Im Anschluss: Formidables aka-Weihnachtsfest in der formidablen Vinothek VINOE.

9. Dezember 2019 - ab 18 Uhr
Weinhandlung VINOE
Piaristengasse 35 - 1080 Wien

 

 

aka / Arbeitskreis Kulturanalyse gibt es seit Juni 2013.

aka ist ein offenes interdisziplinäres Netzwerk für Menschen, die am (Kultur-)Wissenschafts- und Kunstbetrieb interessiert oder selbst in diesem tätig sind. Ein besonderes Anliegen ist die Förderung und gegenseitige Unterstützung von Jungwissenschaftler_innen.

aka interessiert sich für symbolische Formen und kulturelle Praktiken in ihrer Komplexität und Vielfältigkeit. Die Verbindung von Kulturanalyse mit Gesellschaftsanalyse ist dabei ebenso Ziel wie die Zusammenführung von Wissenschaft und Kunst. 

aka öffnet den Raum für inhaltlichen Austausch und Diskussion. In regelmäßigen Lesekreisen werden theoretische Ansätze aus den Literatur-, Kultur- und Sozialwissenschaften, der Philosophie und Theologie, den Postcolonial und Gender Studies, den Medienwissenschaften und der Psychoanalyse gemeinsam erarbeitet und diskutiert. 

aka organisiert Veranstaltungen unterschiedlichen Formats, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf transdisziplinären, innovativen und emanzipatorischen Zugangsweisen liegt, die maßgebliche Problemstellungen unserer Gegenwart aufgreifen, reflektieren, theoretisch fundieren und sie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen. 

aka ist auch auf facebook.

Mitglied werden

English Presentation

Institut für Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft
Universität Wien
1090 Wien, Spitalgasse 2, Hof 7 (Campus)



T: +43-1-4277-42604
Universität Wien | Universitätsring 1 | 1010 Wien | T +43-1-4277-0