Logo der Universität Wien

Monographien und Sammelbände unserer Mitglieder

Obi Assemboni, Anna Babka, Laura Beck, Axel Dunker (Hg.)

Postkolonialität denken – Spektren germanistischer Forschung in Togo
Praesens Verlag, Wien 2017

Der hier vorliegende Band versammelt Beiträge eines Humboldt-Kollegs, das 2014 in Lomé (Togo) zum Thema Germanistik als Sprach- Kultur- und Geschichtswissenschaft: Der 'neue deutsche (Kolonial-) Roman' und die postkolonialen, kulturwissenschaftlichen und interkulturellen Studien stattfand. Ziel der Tagung, einer Kooperationsveranstaltung zwischen Vertreter_innen der Université de Lomé und der Universitäten Wien und Bremen war es, gemeinsam den aktuellen Entwicklungen postkolonialer germanistischer Forschung nachzugehen und zugleich an einem Projekt zu arbeiten, dessen Ort der wissenschaftlichen Begegnung und der Wissensproduktion nicht Europa, nicht ‚der Westen‘ sein sollte, sondern die ehemalige Kolonie, das vermeintlich ‚Andere‘ oder auch der sogenannte „Rest“ (Stuart Hall). Große Teile des wissenschaftlichen und künstlerischen Outputs der Tagung sowie Dokumentarisches sind hier zur ‚Nachlese‘ versammelt und aufbereitet.

Rezension von Martin A. Hainz

 

Martin A. Hainz

Silbenzwang
Text und Transgreß bei Friedrich G. Klopstock, unter besonderer Berücksichtigung des 'Messias'
Narr/Francke, Tübingen 2017

Friedrich Gottlieb Klopstock, ein Autor, dem die ‚interpretive communities‘ Unrecht taten. Empfindsamer Illustrator der biblischen Heilsgeschichte, wie die Zeitgenossen vermeinten? – Sein Hauptwerk, ‚Der Messias‘, ist aber mehr als dies, geprägt durch eine moderne Sprache, eine Rhythmik, die den Text vorantrieb und noch -treibt, eine Kinetik noch der Visionen, etwa: eines Alls der Aufklärung. Auf dem Umweg über die Sprache und insbesondere die Metrik legt diese Studie jene Qualitäten nochmals frei, jene von Experiment und Eskalation: „Jeder Gedanke, mit dem du dich selbst, o Erster, durchschauest, Ist erhabner, ist heiliger, als die stille Betrachtung, Auf erschaffene Dinge von dir hernieder gelassen“…

 

Roman Horak, Ingo Pohn-Lauggas, Monika Seidl (Hg.)

Über Raymond Williams
Annäherungen, Positionen, Ausblicke
Argument, Hamburg 2017

Wie kaum ein anderer steht Raymond Williams (1921–1988) mit seinem Werk für die politische Stoßrichtung des eingreifenden Denkens der Cultural Studies. Eine intensivere Beschäftigung mit seinem Beitrag zu ihrer theoretischen Fundierung scheint im deutschsprachigen Raum nach wie vor Sache weniger Spezialisten zu sein – dem soll dieser Band entgegengesetzt werden. Williams wird als linker Theoretiker und Praktiker vorgestellt, der 'Kultur' nicht säuberlich getrennt von den Dimensionen des Politischen und Ökonomischen, sondern mit ihnen vielfältig und wechselseitig verbunden wahrnimmt.

Deklariertes Ziel des Buches ist es, Raymond Williams’ Denken nicht nur historisch zu verorten, sondern auch neu zu kontextualisieren. Es erhebt den Anspruch, die überfällige Würdigung seines ungebrochenen Einflusses auf das kritische Denken damit zu leisten, dass seine Nützlichkeit gezeigt wird. Mit dieser Würdigung setzen die Herausgeber auch ein Zeichen gegen den Konformismus der etablierten Kulturwissenschaften.

Christian Zolles

Die symbolische Macht der Apokalypse
Eine kritisch-materialistische Kulturgeschichte politischer Endzeit
De Gruyter Oldenbourg, Berlin/Boston 2016

In welcher Form und unter welchen Voraussetzungen wurde die Apokalypse ab dem ausgehenden 18. Jahrhundert rezipiert und ‚säkularisiert‘? Die Studie geht dieser Frage aus kulturkritischer Perspektive nach und führt noch in modernen Endzeitdarstellungen vorhandene, tiefe politische Implikationen vor. Damit aktualisiert sie auch ein Verständnis für eine ‚Apokalypse von unten‘, das soziale Aufbegehren gegen die herrschende (chronologische) Ordnung.

 

 

Anna Babka, Peter Clar (Hg.)
Unter Mitarbeit von Flora Petrik

»Im Liegen ist der Horizont immer so weit weg«. Grenzüberschreitungen bei Barbara Frischmuth
Sonderzahl, Wien 2016

Aus Anlass des 75. Geburtstags von Barbara Frischmuth versammelt dieser Band eine erhellende Mischung aus Text- und Bildbeiträgen, Gedichte, Briefe, Miniaturen, Vignetten, Essays, Aufsätze usw. Eine Gemeinsamkeit dieser Sammlung sehen Anna Babka und Peter Clar in der Reflexion der Wirklichkeitskonstruktion in Frischmuths Œuvre, in den Beschäftigung mit dem Märchenhaften und Phantastischen sowie dem Widerständigen in ihren Texten.
Die Vielfältigkeit und die Grenzüberschreitungen kristallisieren sich als wichtige Haltungen in ihrem Schreiben heraus. Und so stehen die titelgebenden Verse aus einem Gedicht Frischmuths für ein Denken der Offenheit, Gemeinschaftlichkeit und Solidarität.

Mit Beiträgen von: Anna Babka, Silvana Cimenti, Peter Clar, Joanna Drynda, Thomas Eder, Olga Flor, Gerhard Fuchs, Andrea Grill, Reinhard P. Gruber, Christa Gürtler, Peter Handke, Bodo Hell, Klaus Hoffer, Andrea Horvath, Elfriede Jelinek, Jochen Jung, Klaus Kastberger, Elisabeth Klar, Markus Köhle, Alfred Komarek, Stefan Krammer, Isabel, Kranz, Paul-Michael Lützeler, Joanna Łwanikowska-Koper, Friederike Mayröcker, Mieze Medusa, Aleksandra Pawloff, Elisabeth Reichart, Peter Rosei, Gerhard Rühm, Christian Schenkermayr, Almut Tina Schmidt, Matthias Schmidt, Eva Schörkhuber, Ingrid Spörk, Thomas Stangl, Andrea Stift-Laube, Daniela Strigl, Ida Szigethy, Anna Weidenholzer, Monika Wójcik-Bednarz

 

Wolfgang Müller-Funk
Unter Mitarbeit von Johanna Chovanec

Theorien des Fremden
Eine Einführung
utb, Tübingen 2016

Der Band bezieht sich auf die Figur des und der Fremden ebenso wie auf die Erfahrung von Fremdheit. In 13 transdiziplinären Zugängen spannt sich der Bogen von sozialwissenschaftlichen Ansätzen über klassische Konzepte der Psychoanalyse, philosophische Denkfiguren von Alterität bis hin zur Dekonstruktion. Berücksichtigung finden zudem Theorien des Phantastischen, die Imagologie, postkoloniale Beiträge sowie differenzfeministische Annäherungen.

Anna Babka, Gerald Posselt
Unter Mitarbeit von Sergej Seitz und Matthias Schmidt

Gender und Dekonstruktion
utb/Facultas 2016

Was hat der Begriff Gender mit der Dekonstruktion zu tun, in deren Zeichen seit den 1960er Jahren eine radikale Kritik an den hierarchischen, machtgesättigten Grundoppositionen des abendländischen Denkens erfolgt? Inwiefern ist die Geschlechtsidentität gesellschaftlich konstruiert und wie kann sie dekonstruiert werden? In welchem Zusammenhang stehen die emanzipatorischen Ziele der Queer-Theorie mit dekonstruktiven Denkbewegungen? Entlang einer historisch systematischen Hinführung, eines Begriffsglossars und einer kommentierten Bibliographie widmet sich der Band den Grundlagen der Gender- und Queer-Theorie. Er richtet sich an Studierende aller geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen und ist zugleich als Einführung und Nachschlagewerk geeignet.

 

Anna Babka / Marlen Bidwell-Steiner / Wolfgang Müller-Funk (Hgg.)

Broken Narratives / Narrative im Bruch.
Theoretische Positionen und Anwendungen

Vienna University Press, Wien 2016.

Der erste Band der Reihe „Broken Narratives“ geht auf eine mehrjährige Forschungsinitiative der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien zurück. Er entfaltet und diskutiert – aus genuin transdisziplinärer Perspektive – insbesondere theoretische Fragestellungen, die sich aus der Beziehung von Narration und Bruch ergeben. Dabei kommen nicht nur vielfältige narratologische Modelle zu Wort, vielmehr wird das Thema der gebrochenen und brüchigen Narrative auch im Hinblick auf theoretische Basiskonzepte vielstimmig erörtert und breit konturiert. Das Spektrum der Beiträge reicht von gleichsam ‚neo‘-narratologischen zu kognitionstheoretischen, von philosophisch dekonstruktiven zu gender- und queertheoretischen bis hin zu biographie- und autobiographietheoretischen Ansätzen.

 

Isabel Kranz, Alexander Schwan und Eike Wittrock (Hg.)

Floriographie: Die Sprachen der Blumen
Wilhelm Fink Verlag, Paderborn 2016

Blumen sind mehr als Blumen: Sie kodieren historisch und kulturell bedingte Nachrichten, die entziffert und gelesen werden können. Was zeichnet eine solche Kommunikation durch die Blume aus?
Der Band erkundet erstmals das Feld der kulturwissenschaftlich informierten Pflanzenkunde und fragt nach den Medien floraler Kommunikation. Die Beiträge aus Kunst-, Tanz- und Literaturwissenschaft, Medientheorie und Biologie untersuchen die kodierten Botschaften, die mit Blumen versendet werden, und fragen nach der Vermittlungsposition, die die Blume als hybrides Natur-Kultur-Objekt zwischen unterschiedlichen Wissensbereichen einnimmt. In drei Sektionen – Dissemination, Animation und Zirkulation – wird aufgezeigt, inwiefern das jeweilige Verständnis einer Blumenkommunikation durch die eingesetzten Medien bestimmt wird und welche Konsequenzen dies für die Konzeption des Vegetabilen nach sich zieht.

Mit Beiträgen von Melanie Eva Boehi, Gabriele Brandstetter, Nils Güttler, Isabel Kranz, Chonja Lee, Peter McNeil, Bettine Menke, Gerhard Neumann, Stefan Rieger, Elaine Scarry, Alexander Schwan, David Sittler, Gerhard F. Strasser, Alison Syme, Dieter Volkmann und Eike Wittrock.

Inhaltsverzeichnis und Leseprobe

 

Daniel Romuald Bitouh

Ästhetik der Marginalität im Werk von Joseph Roth. Ein postkolonialer Blick auf die Verschränkung von Binnen- und Außerkolonialismus
Francke (Kultur - Herrschaft - Differenz, Bd. 19), Tübingen 2016

Ausgehend von der Frage des Dritte-Welt- oder Afrika-Bezugs in Joseph Roths Texten untersucht die Arbeit die Marginalität von dessen Hauptgestalten am Beispiel ausgewählter Romane und essayistischer Texte. Das Kernanliegen der Untersuchung ist es zu zeigen, wie die imperiale Begegnung zwischen Europa und Afrika in Roths Werk thematisiert und dargestellt wird. Dabei ergeben sich u.a. folgende Problemkreise: Was ist Marginalität bei Joseph Roth? Wie kommt die Marginalität von Roths Gestalten zum Vorschein? Inwiefern lässt sich diese Marginalität auf einen globalen Zusammenhang übertragen?

 

Inge Arteel, Stefan Krammer (Hg.)

In-Differenzen
Alterität im Schreiben Josef Winklers
Stauffenburg Verlag, Tübingen 2016

Die Beiträge dieses Bandes gehen unterschiedlichen Dimensionen von Alterität in den literarischen Texten von Josef Winkler nach. Ausgangspunkt der Analysen bilden theoretische Überlegungen zur Alterität, wie sie etwa in den postcolonial studies oder der gender theory diskutiert werden. Die Spurensuche nach dem "Anderen", dem "Fremden" in Winklers Texten führt dabei über den Kreuzgang kultureller, ethnischer, sexueller und religiöser Differenzen.

Informationen

 

 

Matthias Schmidt (Hg.)
im Namen von aka unter Mitarbeit von Tanja Veverka 

Rücksendungen zu Jacques Derridas »Die Postkarte«
Ein essayistisches Glossar

Turia + Kant, Wien/Berlin 2015 (aka|texte #3)

»Im Anfang, im Prinzip war die Post, und darüber werde ich niemals hinwegkommen.« 

Die Postkarte gilt als eines der schwierigen Werke von Jacques Derrida: Unter der Oberfläche einer fragmentarischen Korrespondenz verschränkt der Text Liebesdiskurs, Medientheorie und dekonstruktive Epistemologie. Das Ergebnis ist eine Theorie der »Sendungen«, deren schier uneinholbare Fülle hier, erstmalig seit ihrem Erscheinen vor 35 Jahren, systematisch untersucht wird. 

Die 32 Beiträge erhellen zentrale Motive, Wendungen und Figuren des Textes, im Sinne eines »unmöglichen« Glossars: von A wie Adresse, bis Z wie Zeitverschiebung.

 

Sabine Zelger, Stefan Krammer (Hg.)

Literatur und Politik im Unterricht

Wochenschauverlag (Wiener Beiträge zur Politischen Bildung 4). Schwalbach/i. Ts 2015 

Wie kann Literaturunterricht politisch bilden? Von welchem Literatur- und Politikverständnis ist dabei auszugehen? Und welche Texte, welche Zugänge und Methoden bieten sich an? In einem interdisziplinären Austausch werden diese Fragen diskutiert und theoretische sowie praktische Verschränkungen von Politik und Literatur vorgestellt. Ausgangspunkte bilden gegenwärtige Problemlagen wie Postdemokratie und Neoliberalismus, übergreifende Konzepte wie jene des Engagements, der Subversion, der Subjekttheorie und der Erinnerungskulturen sowie Erfahrungen aus der Bildungs- und Unterrichtspraxis mit Materialien, Schreibprojekten und Kompetenzen.

 

Matthias Schmidt, Daniela Finzi, Milka Car, Wolfgang Müller-Funk, Marijan Bobinac (Hg.)

Narrative im (post)imperialen Kontext
Literarische Identitätsbildung als Potential im regionalen Spannungsfeld zwischen Habsburg und Hoher Pforte in Zentral- und Südosteuropa
Francke (Kultur - Herrschaft - Differenz, Bd. 21), Tübingen 2015

Die komplexen kulturellen und literarischen Wechselbeziehungen im zentraleuropäischen Raum vor der Folie des kulturellen Gedächtnisses der Habsburger Monarchie stehen im Zentrum dieses Buches. Unter Rückgriff auf Ansätze aus den Kulturwissenschaften, den Postcolonial Studies sowie der Imperiumsforschung kommt darin ein Verständnis von Literatur zum Ausdruck, das den literarischen Text als eine Verschränkung von symbolischen und sozialen Systemen analysiert. Besonderes Augenmerk gilt dabei Phänomenen der (imaginären) Grenzziehungen und Grenzüberschreitungen, der Konstruktion, Transformation und Überschneidung von kulturell produzierten Räumen und Identitäten und der konstruierenden Opposition von Zentrum und Peripherie. Auch imagologische, an den Prozess des "nation building" angelehnte Fragestellungen werden berührt.

 

Stefan Krammer, Tina Welke (Hg.)

Bewegte Bilder.
Filmbezogenes Lernen als Beitrag zur kulturellen Bildung und Medienbildung

informationen zur deutschdidaktik (ide) Nr. 1/2015

Dieses Themenheft der ide setzt sich mit unterschiedlichen Dimensionen von filmbezogenem Lernen auseinander und fragt danach, welche Kompetenzen die schulische Beschäftigung mit audiovisuellen Medien fördert. Vorgestellt werden medienanalytische Verfahren und -theoretische Zugänge, insbesondere in Hinblick auf methodisch-didaktische Herausforderungen für die schulische Praxis.

 Informationen

Martin A. Hainz

Lapsus. Annotationen zu einer Fehler[kultur]wissenschaft
Königshausen & Neumann, Würzburg 2014

Der Lapsus ist ein bekanntes Phänomen: eine versehentliche Handlung oder ein geradezu unterlaufener Text, woran sich ablesen läßt, was die Wahrheit sei, meist die der Intention dessen, der sich vergeblich hinter jener Handlung verstecken, mit jenem Text maskieren wollte. Zumindest vermag der Lapsus die intentio auctoris dessen, was also gelesen wird, so zu wenden, daß eben jene freigelegt würde, die lautete: Der Text möge sie bedecken. Der Lapsus berührt also das Uneigentliche, und sei’s irreduzibel, um es zu transzendieren. Darin liegt eine Würde des Lapsus, der dann nicht Fehler, sondern List zum Beispiel der Sprache wäre. In ihm ist „so viel Verstand, daß er fast zu nichts mehr in der Welt zu gebrauchen” ist, so ließe sich mit Lichtenberg sagen. Zuletzt widerlegt und erfüllt sich im Lapsus also, was Kultur ist: darum diese kleine Fehler[kultur]wissenschaft.

 

Renata Cornejo, Anna Babka, Sandra Vlasta (Hg.)

Begegnungen und Bewegungen: österreichische Literaturen
Praesens Verlag (Aussiger Beiträge. Germanistische Schriftenreihe aus Forschung und Lehre; 8), Wien 2014

Während in Deutschland in den letzten Jahren vermehrt wissenschaftliche Arbeiten zu literarischen Produktionen von eingewanderten AutorInnen vorliegen, die ihre Herkunftsländer verlassen und sich in weiterer Folge im deutschsprachigen Raum angesiedelt haben, gibt es in Österreich bislang wenig systematische Beschäftigung mit diesem Thema. Erst in den letzten Jahren hat sowohl die deutschsprachige als auch die internationale Germanistik begonnen, vermehrt österreichische AutorInnen, die zwischen verschiedenen Sprachen und Kulturen leben und arbeiten, in den Blick zu nehmen und damit zugleich ein Forschungsfeld zu eröffnen, das sich sowohl Fragen der Verortung und Positionierung der AutorInnen als auch den damit verknüpften literarischen Effekten widmet.

Als ein weiterer Beitrag zu diesem Forschungsfeld liegt der Fokus der vorliegenden Nummer der Aussiger Beiträge auf der Literatur von eingewanderten AutorInnen aus mittel- und osteuropäischen Ländern in Österreich, wie etwa Jiří Gruša, Ivan Ivanji, Viktorija Kocman, Julya Rabinowich, Alja Rachmanowa, Michael Stavarič oder Fred Wander. Zudem wurde das Korpus um AutorInnen erweitert, die – wie etwa Semier Insayif – zwar in Österreich geboren sind, jedoch bi- oder multikulturellen Hintergrund haben, der in ihren Texten, bewusst oder unbewusst, literarisch reflektiert wird. 

 

Gianna Zocco

Das Motiv des Fensters als Öffnung ins Innere in Erzähltexten seit 1945
Weidler (Internationale Forschungen zur Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, Bd. 174), Berlin 2014

Fenster faszinieren: Wer in das hell erleuchtete Fenster eines Hauses sieht, erhält Einblick in einen privaten Raum, verfügt mit seinem Blick über die wahrgenommenen Objekte, interpretiert das Geschehen in einer Weise, die oft mehr über den Beobachter selbst als über die beobachteten Personen verrät. Doch welche Bedeutung hat das vieldeutige Motiv des Fenster-Einblicks, dessen Nutzung durch die Literatur der Romantik große Beachtung gefunden hat, in Romanen und Erzählungen der Gegenwart? Welche Spuren hinterlassen die technologischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte, die Kontroversen um Big Brother und New Surveillance, die Verschiebungen in den Relationen von privat und öffentlich in literarischen Darstellungen des Fenster-Einblicks? Diesen Fragen geht die Studie anhand von achtzehn Romanen und Erzählungen aus fünf Sprachräumen nach, die in thematisch gruppierten Analysen beleuchtet und mit unterschiedlichen theoretischen Bezugspunkten in Verbindung gebracht werden, u.a. der kulturwissenschaftlichen Raumtheorie, der Phänomenologie, der Intertextualitätstheorie, der Psychoanalyse und den Surveillance Studies. Ausgehend von einem einzelnen literarischen Motiv entsteht so ein detailliertes Panorama literarischer Verwendungsformen, das die enorme Vielfalt gegenwärtiger Wahrnehmungs- und Urteilsweisen sichtbar macht.

 

Victor Rego Diaz, Juha Koivisto, Ingo Lauggas (Hg.)

Stuart Hall:
Populismus, Hegemonie, Globalisierung
Ausgewählte Schriften 5

Argument, Hamburg 2014

Stuart Hall war nicht nur einer der wichtigsten Begründer der Cultural Studies. Seine Schriften stehen gegen post-strukturelle Verflachungen und Ideologisierungen – eine Theoriebildung, die sich im Befreiungsinteresse stets politisch eingreifend versteht.

Band 5 der Ausgewählten Schriften nimmt mit Texten zu Staat, Populismus und Globalisierung die zentralen Elemente und Wirkungsweisen von Hegemonie unter die Lupe, handelt somit von Herrschaft und Macht, Ideologie und Alltagsverstand, Repräsentation und Partizipation und setzt diese in Bezug zu den wesentlichen strategischen und institutionellen Akteuren in der Gesellschaft: Staat, Parteien, Intellektuelle, kulturelle Szenen usw. Hall rückt das gesellschaftliche Ganze in den Blick, bringt »die gelebte Erfahrung von Individuen und sozialen Gruppen mit gesellschaftlichen Prozessen, Diskursen und Kämpfen in Zusammenhang« und analysiert deren Vermittlung. Die Kategorie der Hegemonie erweist sich für eine solche Analyse gesellschaftlicher Kämpfe und politischer Konjunkturen als unverzichtbares Instrument.

 

Judith Klemenc

Unterrichtsfäden
Ästhetische Prozesse aufgreifen

kopaed, München 2014

Was ist dieses Etwas, das ein Unterrichtsgeschehen irritiert, stört oder auch für ein Unvorhersehbares öffnet?

Entlang diverser Unterrichtsfäden wird dieses Unvorhersehbare in seiner Rätselhaftigkeit aus verschiedenen Unterrichtskonstellationen in den Blick genommen und für ästhetische Bildungsprozesse fruchtbar gemacht, gar als konstitutiv erachtet, auch, um Lehrer_innen für ein Arbeiten mit dem, was da auftaucht, während man tut, zu sensibilisieren und zu ermutigen.

 

Anna Babka und Axel Dunker (Hg.)

Postkoloniale Lektüren
Perspektivierungen deutschsprachiger Literatur

Aisthesis, Bielefeld 2013

Dieser Band versammelt einige der interessantesten Beiträge aus der Sektion Koloniale und postkoloniale deutschsprachige Literatur des XII. Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG), der im Sommer 2010 unter dem Titel „Vielheit und Einheit der Germanistik weltweit“ in Warschau stattgefunden hat. Die Auswahl der Texte illustriert die Bandbreite dessen, was innerhalb des Methoden- und Theoriefelds der postkolonialen Studien und der Interkulturellen Germanistik die germanistische Forschung bestimmt.

 

Marlen Bidwell-Steiner und Anna Babka (Hg.)

Obskure Differenzen
Psychoanalyse und Gender Studies
Psychosozial-Verlag, Gießen 2013

Gegenwärtig werden Geschlechtsidentitäten in vielen Kulturen als fragil und wandelbar erlebt. Um den damit verbundenen individuellen und kollektiven Erfahrungen zwischen Angst und Neugier besser begegnen zu können, ist eine Zusammenführung von Psychoanalyse und Gender Studies naheliegend und notwendig. Beide Disziplinen haben seit ihren Anfängen einen prekären institutionellen Status inne. Ihre genuine Hinwendung zu Fragen der geschlechtlichen Identifizierung und der gemeinsame Anspruch auf ein Ineinandergreifen von Theorie und Praxis implizieren vielfältige Anschlussmöglichkeiten.
 
Doch trotz innovativer theoretischer Ansätze innerhalb beider Fachrichtungen ist es nicht leicht, diese ineinander zu überführen und produktiv zu machen. Durch ihre Expertise in beiden Forschungsrichtungen gelingt es den BeiträgerInnen, ein produktives Spannungsverhältnis zwischen der psychoanalytischen Praxis und den Ansätzen der Gender Studies herzustellen und die wechselseitige Rezeption zu stärken. Zugleich werden die obskuren Differenzen beleuchtet und verborgene Parallelen herausgearbeitet.
 
Mit Beiträgen von Anna Babka, Marlen Bidwell-Steiner, Beate Hofstadler, Ortrun Hopf, Ulrike Kadi, Brigitta Keintzel, Eva Laquièze-Waniek, Wolfgang Müller-Funk, Susanne Lummerding, Juliet Mitchell, Alice Pechriggl, Ilka Quindeau und Alenka Zupančič

 

Peter Clar, Markus Greulich u. Birgit Springsits (Hg.)

Zeitgemäße Verknüpfungen. Ergebnisse des DoktorandInnenworkshops der Wiener Germanistik, 10.11.-12.11.2012
Praesens Verlag, Wien 2013

Vom 10. bis 12. November 2011 fand unter dem Titel ‚Zeitgemäße Verknüpfungen‘ der erste thematische Graduierten-Workshop des Instituts für Germanistik der Universität Wien statt. Ziel war es, die Forschung der NachwuchswissenschaftlerInnen aus den verschiedenen germanistischen Disziplinen des Instituts zu präsentieren, in einen intensiven wissenschaftlichen Austausch zu gelangen und Vernetzungsmöglichkeiten zu bieten. Unter den TeilnehmerInnen waren Prae-Doc-AssistentInnen, ProjektmitarbeiterInnen sowie einige DoktorandInnen, die nicht an der Universität Wien angestellt sind. Neben der Beteiligung unterschiedlicher Fachbereiche (Neuere Deutsche Literatur, Ältere Deutsche Literatur, Deutsch als Fremd- und Zweitsprache) trug auch diese Durchmischung dazu bei, dass ein vielfältiges Bild der Forschung, die am Institut erfolgt, sichtbar werden konnte. Die eingegangenen Beiträge wurden fünf thematischen Blöcken zugeordnet, die weitestgehend der Konzeption des Workshops folgen: Erkenntnis – (Trans-)Religiosität und Inter/Kulturalität – Intertextualität – Biographie – Machtstrukturen. Die Aufhebung der innerfachlichen Grenzen eröffnet die Möglichkeit, mit unterschiedlichen methodischen und theoretischen Zugriffen die philologischen, kulturwissenschaftlichen und politischen Dimensionen der aktuellen Forschungsdebatten auszuloten.

 

Daniela Finzi

Unterwegs zum Anderen?
Literarische Er-Fahrungen der kriegerischen Auflösung Jugoslawiens aus deutschsprachiger Perspektive
Francke (Kultur - Herrschaft - Differenz, Bd. 17), Tübingen 2013

Im Zuge des Jugoslawien-Kriege der 1990er Jahre kamen auch im deutschsprachigen "mediopolitischen Diskurs" (Jürgen Link) jene hegemonialen Formatierungsvorlagen diskursiver und narrativer Art, die von Maria Todorava als 'Balkanismen' beschrieben wurden, verstärkt zur Anwendung - welchen Niederschlag fanden sie in der deutschsprachigen Literatur über die postjugoslawischen Kriege? Und wie kann die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem vermeintlich 'Anderen' erfolgen, ohne bestimmte binäre, auf kultureller Asymmetrie beruhende Ordnungen fortzuschreiben?

Die vorliegende Studie von Daniela Finzi verbindet unterschiedliche literatur- und kulturwissenschaftliche Zugänge, um sich diesen Fragen zu nähern. Besonderes Augenmerk gilt den gesellschaftspolitischen und diskursiven Kontexten in Österreich und Deutschland in den 1990er Jahren, die für die Wahrnehmung der Kriege wie auch die Produktion und Rezeption der Texte deutschsprachiger Autor/innen konstitutiv wurden. Darauf aufbauend erfolgt in Form textnaher Close Readings die Auseinandersetzung mit den Texten von Peter Handke, Juli Zeh, Norbert Gstrein, Saša Stanišić und Anna Kim.

 

Ingo Lauggas

Hegemonie, Kunst und Literatur
Ästhetik und Politik bei Gramsci und Williams
Löcker (Cultural Studies, Bd. 11), Wien 2013

In diesem Buch wird aus Antonio Gramscis Schriften zur Kunst und Kultur eine 'Ästhetische Theorie' abgeleitet und in Bezug zu zeitgenössischer kulturwissenschaftlicher Theoriebildung gesetzt.

Besonders anschlussfähig erweist sich dabei der Cultural Materialism, nicht zuletzt da Raymond Williams neben Stuart Hall den wichtigsten Beitrag zur Rezeption Gramscis in den britischen Cultural Studies geleistet hat. Eine nähere Untersuchung dieser Rezeption von einem der "lebendigen Philologie" Gramscis verpflichteten Standpunkt aus gelangt allerdings zu durchaus kritischen Schlüssen und verweist auf problematische Aspekte der Lektüre Gramscis und in der Folge seiner Tradierung in den Cultural Studies.

Anliegen des Buches ist es aufzuzeigen, dass die 'Ästhetische Theorie' Gramscis sich nur im Kontext des Hegemonie-Konzepts erschließt, und dieses seinerseits durch diesen ästhetischen Aspekt erst vervollständigt wird. Daraus ergibt sich ein Spannungsfeld, das sich zwischen den sowohl bei Gramsci als auch bei Williams spezifisch gefassten Komplexen Kunst und Kultur gleichermaßen aufspannt wie – daraus resultierend – zwischen Kulturtheorie und politischer Praxis. In diesem Feld gilt es eine kulturwissenschaftlich verfahrende Ästhetik zu verorten.

 

Wolfgang Müller-Funk

Die Dichter der Philosophen. Essays über den Zwischenraum von Denken und Dichten
Wilhelm Fink, Paderborn 2013

Dort, wo Philosophie an ihre Grenze stößt, wird die Begegnung mit ihrem Anderen, der Sprache von Dichtung und Literatur, attraktiv. In zwölf Essays untersucht Wolfgang Müller-Funk exemplarische Konstellationen von dichterischen Denkern und denkerischen Dichtern.

Entgegen dem traditionsreichen Misstrauen, das die Philosophie gegenüber der Dichtung hegt, besteht zwischen beiden Disziplinen ein oftmals verschwiegener, doch tiefgreifender Austausch. Diesem komplexen Verhältnis wechselseitiger Einflussnahme sind die Essays dieser Studie gewidmet, die von Schellings Zwiesprache mit Cervantes bis hin zu Hannah Arendt und Hermann Broch oder Paul Celan und Emmanuel Lévinas reichen. Im essayistischen Zwischenbereich von Philosophie und Literatur lassen sich so Verständigungen nachzeichnen, die alternative Freiräume der Sagbarkeit sondieren.

 

Anna Babka, Daniela Finzi, Clemens Ruthner (Hg.)

Die Lust an der Kultur/Theorie
Transdisziplinäre Interventionen

Für Wolfgang Müller-Funk

Turia + Kant, Wien/Berlin 2012

Die Festschrift für den österreichischen Kulturwissenschaftler Wolfgang Müller-Funk gibt Aufschluss über seine akademische Lehrtätigkeit, über seinen wissenschaftlichen Wirkungskreis und seine theoretischen Hintergründe. Er ist Autor und Vorreiter der methodologischen Begründung der Kulturwissenschaften.

Der Sammelband beschäftigt sich mit der Anwendung kulturwissenschaftlicher Ansätze in unterschiedlichen medialen Formaten. Neben den wissenschaftlichen Aufsätzen und Fallstudien, die um die Forschungsschwerpunkte des Jubilars kreisen - Kultur, Narrativität, Alterität, Gedächtnis, Psychoanalyse, Medialität, Zentraleuropa - finden sich auch essayistische, künstlerische und literarische Beiträge.

 

Anna Babka, Julia Malle, Matthias Schmidt (Hg.)
Unter Mitarbeit von Ursula Knoll

Dritte Räume
Homi K. Bhabhas Kulturtheorie
Anwendung. Kritik. Reflexion.

Turia + Kant, Wien/Berlin 2012

Der Konferenzband bezieht sich auf Homi K. Bhabhas Kulturtheorie mit dem Ziel, diese Theorie aus mehreren Perspektiven zu reflektieren, sein Konzept des »dritten Raumes« und andere Figurationen der Hybridität zu verstehen, zu erörtern und zu hinterfragen. Von hier aus wird auch die Interpreta­tion weiterer Begriffe, die im Zentrum von Bha­bhas Kulturtheorie stehen, mit einbezogen.

 

 

Meri Disoski, Ursula Klingenböck, Stefan Krammer (Hg.)

(Ver)Führungen
Räume der Literaturvermittlung

Studienverlag (ide extra 19), Innsbruck 2012

Der Band greift aktuelle Aspekte der Literaturlehr- und -lernforschung auf, indem er institutionelle, mediale und performative Räume der Literatur untersucht und auf ihr verführerisches Potenzial befragt.

Informationen

Stefan Krammer, Wolfgang Straub, Sabine Zelger (Hg.)

Tropen des Staates
Literatur – Film – Staatstheorie 1918–1938

Franz Steiner Verlag (Staatsdiskurse 21), Stuttgart

Einen aussagekräftigen Fundus für Auseinandersetzungen mit dem Staat bilden nicht nur theoretische Texte, sondern auch Romane, Dramen und Filme. Sie stehen im Mittelpunkt dieses interdisziplinären Bandes, in dem Perspektiven auf die Weimarer Republik und auf Österreich in der Zwischenkriegszeit eröffnet werden.

Anna Babka, Gerald Posselt (Hg.)

Homi K. Bhabha:
Über kulturelle Hybridität. Übertragung und Übersetzung

Aus dem Engl. von Kathrina Menke
Turia + Kant, Wien/Berlin 2012

Homi K. Bhabha ist einer der bedeutendsten Literaturtheoretiker der Gegenwart und neben Edward Said, Gayatri Ch. Spivak und Stuart Hall einer der maßgeblichen RepräsentantInnen der Postcolonial Studies. Der in Indien geborene Wissenschaftler entwickelte eine Reihe von Grundkonzepten für diese Disziplin. Begriffe wie Hybridität, Mimikri, Dritter Raum, Ambivalenz sollen die Formen beschreiben, in denen kolonisierte Völker in der Lage waren (und sind), der Gewalt und der Macht der Kolonisatoren zu widerstehen.

Diesem Text liegt sein im Festsaal der Universität Wien gehaltener Vortrag »On Cultural Hybridity - Tradition and Translation« zugrunde.

 

Ingo Lauggas (Hg.)

Antonio Gramsci
Literatur und Kultur

Argument, Hamburg 2012

»Dass man, um genau zu sein, von Kampf für eine ›neue Kultur‹ reden muss und nicht für eine ›neue Kunst‹ (in unmittelbarem Sinn), scheint offenkundig. Man kann vielleicht nicht einmal sagen, man kämpfe für einen neuen Inhalt der Kunst, weil dieser nicht abstrakt, von der Form getrennt, gedacht werden kann. Für eine neue Kunst kämpfen würde bedeuten, für die Hervorbringung neuer Künstlerindividuen zu kämpfen, was absurd ist, weil Künstler nicht künstlich hervorgebracht werden können. Es muss von Kampf für eine neue Kultur gesprochen werden, das heißt für ein neues moralisches Leben, das eng an eine neue Intuition vom Leben gebunden sein muss, bis diese eine neue Empfindungs- und Sichtweise der Wirklichkeit und somit eine Welt wird, die zumindest wesensgleich ist mit den ›möglichen Künstlern‹ und den ›möglichen Kunstwerken‹.« (Antonio Gramsci)

Eine dem Anspruch nach aufklärerische und/oder eingreifende Kulturforschung kommt an Gramsci nicht vorbei. Der Begriff ›Kultur‹ gehört mit ›Hegemonie‹ und ›Intellektuelle‹ zu den zentralsten der Gefängnishefte. Die Reformulierung des Kulturbegriffs macht Gramsci bis heute zum unverzichtbaren Theoretiker etwa für die Cultural Studies. Gramscis Auseinandersetzungen mit Popularliteratur, Zeitungen und Fortsetzungsromanen, volkstümlicher und Kriminalliteratur stecken voll interdisziplinärem Kontext und sind erhellend für ein politisches Literaturstudium. Die Erörterungen zu Benedetto Croce und zur zeitgenössischen Literaturkritik, zu Tolstoi, Manzoni und zum Theater Pirandellos sowie immer auch zu den Intellektuellen und ihrer Geschichte geben zeitlos wertvolle Anstöße. Gramscis Notizen bieten eine hervorragende Schulung für das denkende Durchdringen und Verstehen von Kultur und Gesellschaft heute.

 

Wolfgang Müller Funk

The Architecture of Modern Culture
Towards a Narrative Cultural Theory

de Gruyter (Culture and Conflict, Vol 3), New York 2012

These collected essays contain fundamental contributions to contemporary cultural analysis and theory as well as exemplary interpretations of film, literature and other media. Central issues of current cultural studies are addressed: cultural narratives, cultural identity, collective memory and post-colonial thinking. The oeuvre of cultural and literary critic Wolfgang Müller-Funk encompasses historic analyses such as readings of Broch, Canetti and Musil, and the heritage they passed on. Other essays move from the beginning of the 20th to the 21st century and address questions of space, time and globalization discussing, for example, Walter Benjamin and 9/11.

 

Daniela Finzi, Ingo Lauggas, Wolfgang Müller-Funk, Marijan Bobinac, Oto Luthar, Frank Stern (Hg.)

Kulturanalyse im zentraleuropäischen Kontext
Francke (Kultur - Herrschaft - Differenz, Bd. 14), Tübingen 2011

Der Sammelband beschäftigt sich mit der Anwendung kulturwissenschaftlicher Ansätze im zentral- und südosteuropäischen Kontext. Zu Wort kommen Forscherinnen und Forscher, die sich mit einschlägigen Fragen im Bereich von Kulturanalyse und Kulturwissenschaft beschäftigen. Die film- und literaturwissenschaftlichen Aufsätze verbindet die Bezugnahme auf historische Ereignisse sowie deren kulturellen Hintergrund, den wir ansonsten nur auf der Ebene des Politischen wahrnehmen. Mit Blick auf konkrete Beispiele werden dabei methodische und theoretische Fragen zu Alterität, Raum, Gedächtnis und Erinnerung sowie Identität thematisiert und entfaltet.

 

Elisabeth Mixa, Ingo Lauggas, Friedhelm Kröll (Hg.)

Einmischungen
Die Studierendenbewegung mit Antonio Gramsci lesen

Turia + Kant, Wien/Berlin 2011

Die Protestbewegung, die im Herbst 2009 von Wien ausgehend europaweit für Unruhe an den Hochschulen sorgte, ist bis heute an kein Ende gelangt. Dennoch oder gerade deshalb ist es sinnvoll, das bisher Geschehene auch theoretisch zu reflektieren. Dieser Band versucht dies im Lichte der zentralen Denkpositionen Gramscis und versammelt Texte sowohl von einschlägigen ForscherInnen als auch von Studierenden und Lehrenden. Gesellschaftstheorie wird so mit studentischer Selbstreflexion in Bezug gesetzt, um einen Beitrag zu aktuellen bildungspolitischen Diskussionszusammenhängen zu leisten; zum anderen versteht sich das Buch als theoretische Intervention in die Proteste, aus denen es selbst hervorgegangen ist.

Institut für Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft
Universität Wien
1090 Wien, Spitalgasse 2, Hof 7 (Campus)



T: +43-1-4277-42604
Universität Wien | Universitätsring 1 | 1010 Wien | T +43-1-4277-0