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Rosa Reitsamer (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien):

Popkulturelle Konsumpraktiken
im Kontext neoliberaler Veränderungen

Ein einschlussreicher Forschungszweig der britischen Cultural Studies beschäftigt sich mit den politischen Aspekten von Jugendkulturen. Dieser Forschungszweig entstand in den 1970er-Jahren und läutete eine Wende in der sozial- und kulturwissenschaftlichen Erforschung von Jugendkulturen ein. 

Im ersten Teil des Workshops beschäftigen wir uns mit dem Kulturbegriff der Cultural Studies und drei Aspekten der Jugendkulturforschung der Cultural Studies: Erstens, die Interpretation von Stil von vor allem männlichen Jugendlichen der britischen Arbeiter*innenklasse als eine widerständige Aussage über ihre gesellschaftliche Position; zweitens, das Konzept der „bedroom culture“ (McRobbie), mit dem die jugendkulturellen Aktivitäten von Mädchen erfasst wurden; und drittens, der Einfluss von afroamerikanischer Populärkultur auf die Entwicklung von musikalischen Jugendkulturen. Anhand von Studien aus den 1970ern und 1980ern werden diese Aspekte genauer erläutert. 

Im zweiten Teil des Workshops widmen wir uns den gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte und fragen nach den Auswirkungen dieser Transformationsprozesse auf Jugendkulturen. Wir beschäftigen mit der Pornographisierung der Popkultur und dem Aufschwung von rechtspopulistischen Parteien und diskutieren anhand konkreter Beispiele, wie Jugendliche Musik, Mode und Medien nutzen, um sich Wissen anzueignen, Kritik zu äußern und ihre gesellschaftliche Position zu thematisieren. 

Vor dem Hintergrund dieser Diskussion kommen wir anschließend auf die frühen Ansätze der Jugendkulturforschung der Cultural Studies zurück und widmen uns den Fragen, wie diese Ansätze auf heutige Verhältnisse anwendbar sind und wie sie – möglicherweise in modifizierter Form – in die Erwachsenenbildung und eine Bildungsarbeit gegen Rechts und abseits von Schule und Universität integriert werden können. 

 

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