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Elke Rajal (Forschungsgruppe Ideologien und Politiken der Ungleichheit, Wien):

Mit Bildung gegen Rechtsextremismus?

Es gehört zu den Stehsätzen einer unreflektierten Aufklärung: Die Akkumulation von Wissen veredle die Menschen und schütze vor allerlei Irrationalismen. Dass es gerade akademisch Gebildete waren, die dem Nazismus den Weg bereiteten, wird dabei geflissentlich übergangen. Gegenüber solcher Apologie von Bildung als über dem Verblendungszusammenhang stehender absoluter Wert, soll an ihre Funktionen in der ideologischen Vergesellschaftung erinnert werden. Aber wie jede Ideologie hat auch diese einen wahren Kern, an dem reflexive und kritische Bildungsanstrengungen ansetzen können. Im Bewusstsein ihrer strukturellen Beschränkungen gilt es, ihre Möglichkeiten im Kampf gegen Rechtsextremismus auszuloten. Dabei wäre zuerst der Forderung Adornos nach einer „Wendung aufs Subjekt“ gerecht zu werden: Weil die Gründe für rassistische, antisemitische, sexistische, homo- oder transphobe Verfolgungen bei den Verfolgenden und nicht bei den Opfern zu suchen sind, wäre auch in kritischer politischer Bildung bei den Träger_innen dieser Ideologien, ihrer Lebenswelt und Alltagskultur anzusetzen. Des Weiteren wären gesellschaftliche Rahmenbedingungen kritisch zu betrachten, die einen Nährboden für solche Ideologien darstellen.

Der Vortrag geht in diesem Sinne auf Grundsätze, Möglichkeiten und Unmöglichkeiten einer politischen Bildung gegen Rechtsextremismus ein und setzt diese in den Kontext einer breiteren politischen Bildung und deren gesellschaftspolitischen Rahmen.

Forschungsgruppe Ideologien und Politiken der Ungleichheit (FIPU)

 

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