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Lesekreis zu Hamachers 95 Thesen zur Philologie

Mit Werner Hamacher verlor die Literaturwissenschaft 2017 einen ihrer umsichtigsten, methodisch reflektiertesten Vertreter. In seinen 95 Thesen zur Philologie formulierte er einige Grundlagen, aber auch Zweifel, die quasi-dialektisch so etwas wie die Aufgabe skizzieren, die die Philologie haben und der sie nachgehen könnte. Der Lesekreis will zweierlei: diese Aufgabe nachzeichnen, ihr – dem "Totendienst" – in Bezug auf den mitunter poetischen Text Hamachers aber auch entsprechen.

Lesekreis mit Martin A. Hainz
2. Mai 2018, 18 Uhr, Institut für Romanistik,
UniCampus Hof 8; 1. Stock: Seminarraum ROM 10 (3B-O1-22A)

Die Teilnehmer/innen erhalten die 95 Thesen als PDF.
Anmeldung bei ingo.pohn-lauggas@univie.ac.at .

 

 

Buchpräsentation: Habsburgs ‚Dark Continent‘
Postkoloniale Lektüren zur imperialen Literatur und Kultur Österreichs im langen 19. Jahrhundert

Gespräch: Anna Babka & Clemens Ruthner

Wo: Fachbereichsbibliothek Germanistik, Universität Wien
Wann: Dienstag, 8.5.2018, 19h

Was können Literatur- und Geschichtswissenschaft von den Postcolonial Studies für ein besseres Verständnis der Habsburger Monarchie im „langen 19. Jahrhundert“ (E. Hobsbawm) lernen? Die vorliegende Monografie, die Forschungsarbeiten des Autors aus fünfzehn Jahren zusammenfasst, geht nicht nur dieser Frage nach. Im Anschluss an eine kritische Diskussion des Kolonialismus-Begriffs und eine Neubestimmung der Imagologie als Methodik kulturwissenschaftlicher Forschung werden Fallstudien präsentiert. Sie zeigen ein „koloniales Begehren“ (S. Zantop) in exemplarischen literarischen Texten aus dem alten Österreich auf, die damit auch eine Auseinandersetzung mit dem Vielvölkerstaat selbst anzetteln: F. Kafkas In der Strafkolonie (1914), F. Grillparzers Dramentrilogie Das goldene Vließ (1818–20) und seine Reisetagebücher, P. Altenbergs Ashantee-Skizzen (1897) sowie A. Kubins Roman Die andere Seite (1909). Am deutlichsten jedoch tritt die österreichisch-ungarische Parallelaktion zum Kolonialismus der anderen europäischen Mächte anhand der Okkupation (1878) und Annexion (1908) Bosnien-Herzegowinas zutage. Die damit einhergehende imperiale Formatierung des Fremden wird anhand diverser kultureller Texte analysiert, bevor abschließend nach dem Fortwirken des ‚k.u.k. Kolonialkomplexes‘ im posthabsburgischen Zentraleuropa des 20. und 21. Jahrhunderts gefragt wird.

Clemens Ruthner: Habsburgs ‚Dark Continent‘: Postkoloniale Lektüren zur imperialen Literatur und Kultur Österreichs im langen 19. Jahrhundert Francke (Kultur - Herrschaft - Differenz, Bd. 23), Tübingen 2018

 

aka-Vortrag und Gespräch:
Alltagsverstand und politische Bildung

Der Alltagsverstand ist ein wesentliches Element in der Hegemonietheorie Antonio Gramscis. Ausgehend von der Rekonstruktion dieses Konzepts werden im Vortrag die sich daraus ergebenden politischen und (sozial)pädagogischen Perspektiven diskutiert.

Für diejenigen, die in den Bereichen Erziehung und Bildung emanzipatorisch handeln wollen, geht es dabei um das eigene Selbstverständnis (und damit auch um das Verhältnis zu den Lernenden) sowie um den Entwurf einer Didaktik, die die Selbsttätigkeit in den Fokus einer politischen „Bildung im Alltag“ rückt.

Uwe Hirschfeld, Sozialwissenschaftler, Evangelische Hochschule Dresden
im Gespräch mit Ingo Pohn-Lauggas, Kulturwissenschaftler, Universität Wien

Mittwoch, 9. Mai 2018, 19.00 Uhr
Depot, Breitegasse 3, 1070 Wien

Eine Kooperation von Arbeitskreis Kulturanalyse (aka) mit dem Verband der Österreichischen Volkshochschulen

 

Johan Schimanski: Borderpoetics

Vortrag im Rahmen des vom Österreichischen Zukunfsfonds geförderten Projekts Poetiken der Migration oder Migrationsliteratur als ästhetisch-politischer Beitrag zu emanzipatorischen Prozessen der interkulturellen Verständigung in Kooperation mit aka

Johan Schimanski, University of Oslo, Department of Literature, Area Studies and European Languages, Faculty Member: born in Stockholm 1963, Department Head of Research/Professor of Comparative Literature at the University of Oslo and part-time research Professor of Cultural Encounters at the University of Eastern Finland. He has worked on 18th century literary forgeries, literature in Welsh, science fiction, genre theory, lyric poetry, national identity in literature, arctic discourses, author museums, postcolonialism and border poetics. Previously at UiT The Arctic University of Norway he has co-coordinated the Border Aesthetics Project (2010-2013), the Arctic Discourses project (2005-2012), the Border Poetics research group, UiT participation in the EU FP7 project EUBORDERSCAPES (2012-2016), and the Arctic Modernities project (2013-2016). He now co-cordinates the TRAUM: Transforming Author Museums project (2016-2019).

Ort und Zeit:
Montag 25.06.2018 18:30 - 20:30 Uhr
Uni Wien, Hörsaal 31 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9 O1.202

 

Buchpräsentation & aka-Sommerfest!

Wo: Buchhandlung AFRIEUROTEXT , Lassallestrasse 20 / Tür 3, 1020 Wien
Wann: 29. Juni 2018

Der hier vorliegende Band versammelt Beiträge eines Humboldt-Kollegs, das 2014 in Lomé (Togo) zum Thema Germanistik als Sprach- Kultur- und Geschichtswissenschaft: Der 'neue deutsche (Kolonial-) Roman' und die postkolonialen, kulturwissenschaftlichen und interkulturellen Studien stattfand. Ziel der Tagung, einer Kooperationsveranstaltung zwischen Vertreter_innen der Université de Lomé und der Universitäten Wien und Bremen war es, gemeinsam den aktuellen Entwicklungen postkolonialer germanistischer Forschung nachzugehen und zugleich an einem Projekt zu arbeiten, dessen Ort der wissenschaftlichen Begegnung und der Wissensproduktion nicht Europa, nicht ‚der Westen' sein sollte, sondern die ehemalige Kolonie, das vermeintlich ‚Andere' oder auch der sogenannte „Rest" (Stuart Hall). Große Teile des wissenschaftlichen und künstlerischen Outputs der Tagung sowie Dokumentarisches sind hier zur ‚Nachlese' versammelt und aufbereitet.

Amatso Obikoli Assemboni / Anna Babka / Laura Beck / Axel Dunker (Hgg.): Postkolonialität denken – Spektren germanistischer Forschung in Togo, Praesens Verlag, Wien 2017

Link zur Verlagsankündigung

 

 

aka / Arbeitskreis Kulturanalyse gibt es seit Juni 2013.

aka ist ein offenes interdisziplinäres Netzwerk für Menschen, die am (Kultur-)Wissenschafts- und Kunstbetrieb interessiert oder selbst in diesem tätig sind. Ein besonderes Anliegen ist die Förderung und gegenseitige Unterstützung von Jungwissenschaftler_innen.

aka interessiert sich für symbolische Formen und kulturelle Praktiken in ihrer Komplexität und Vielfältigkeit. Die Verbindung von Kulturanalyse mit Gesellschaftsanalyse ist dabei ebenso Ziel wie die Zusammenführung von Wissenschaft und Kunst. 

aka öffnet den Raum für inhaltlichen Austausch und Diskussion. In regelmäßigen Lesekreisen werden theoretische Ansätze aus den Literatur-, Kultur- und Sozialwissenschaften, der Philosophie und Theologie, den Postcolonial und Gender Studies, den Medienwissenschaften und der Psychoanalyse gemeinsam erarbeitet und diskutiert. 

aka organisiert Veranstaltungen unterschiedlichen Formats, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf transdisziplinären, innovativen und emanzipatorischen Zugangsweisen liegt, die maßgebliche Problemstellungen unserer Gegenwart aufgreifen, reflektieren, theoretisch fundieren und sie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen. 

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