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1. Juni 2016, 19 Uhr - Fachbereichsbibliothek Germanistik
aka-Veranstaltung mit 
Paul Michael Lützeler:

Ethik und biografisches Schreiben: Morphomatische Überlegungen zu Ego-Dokumenten Hermann Brochs

Broch hat Formen von Ego-Dokumenten (der Selbstbiografie, des Tagebuchs und der Biografie) aufgrund ethischer Postulate verändert. Die Wahl der literarischen Gattung wie auch ihre morphomatischen Wandlungen sind bedingt durch ethische Einsichten, die dem Autor beim Durchleben von Krisen kamen. Broch ist als Schriftsteller während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Zeitgenosse der Romanciers der Moderne, für die das Gebot der Originalität noch ungebrochen gilt. Die vorgegebenen ästhetischen Formen werden revolutioniert. Diese Formveränderungen sind aber nicht willkürlich, sondern Ergebnis von Versuchen des Autors, die Umbrüche kultureller, gesellschaftlicher und politischer Art auf interdisziplinäre Weise intellektuell zu durchdringen.

Paul Michael Lützeler: Germanist und Komparatist, lehrt als Rosa May Distinguished University Professor in the Humanities an der Washington University in St. Louis. Forschungsschwerpunkte sind deutschsprachige Gegenwartsliteratur, der literarische Europa-Diskurs, deutschsprachige Exilliteratur, insbesondere in den USA, sowie deutsche und europäische Literatur der Romantik. Er gilt insbesondere als Spezialist für den österreichisch-amerikanischen Exilschriftsteller Hermann Broch, dessen Gesamtwerk Lützeler herausgab und dessen Biographie er verfasste. Neben literaturwissenschaftlichen Themen veröffentlicht Lützeler auch zu historischen und politikwissenschaftlichen Themen wie der Europäischen Integration sowie zu den Diskursen der Postmoderne, des Postkolonialismus etc.

 

 

Mieke Bal: 5 Principles of Cultural Analysis

Dieses Video entstand im Rahmen von Mieke Bals besuch in Wien: Am 2. Mai 2016 präsentierte sie im Gespräch mit Wolfgang Müller-Funk an der Fachbereichsbibliothek Germanistik ihr Lexikon der Kulturanalyse, Band 3 der Reihe aka|texte.


aka / Arbeitskreis für Kulturanalyse gibt es seit Juni 2013: als interdisziplinäres Netzwerk steht es allen offen, die sich für symbolische Formen und kulturelle Praktiken interessieren. Die Verbindung von Kulturanalyse mit Gesellschaftsanalyse ist dabei ebenso erklärtes aka-Anliegen wie die Zusammenführung von Wissenschaft und Kunst.

Institut für Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft
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